Schwarzes Brett YCSi - Fahrtensegeln


ink.jpg Hans-Wolfgang Renz
Yachtclub Sipplingen
Fahrtenleiter
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Die Ausfahrt 2011

Distanzfahrt 2011 vom 2. bis 5. Juni mit den Häfen Altnau, Hard, und Staad/Konstanz

Aufgrund von Terminüberschreitungen mit der Sipplinger Einhandregatta gab es in diesem Jahr nur eine Ausfahrt und zum 40 jährigen Club Jubiläum sollte sie etwas Besonderes darstellen. Ich versprach allen Beteiligten, bei den Wind- und Wettergöttern für ordentliche Verhältnisse zu sorgen und die Truppe wurde nicht enttäuscht.
War die letztjährige Ausfahrt noch als die kälteste aller Distanzfahrten bezeichnet worden, wird die diesjährige mit Sicherheit als die windigste Schönwetterausfahrt in die Clubgeschichte eingehen.

Donnerstag, 2. Juni 2011
Nach dem traditionellen Weißwurstvesper ging die Flotte gegen 11:00 Uhr Kurs 130° bei anfangs stark drehenden und auch böigen Winden auf die Strecke. Das Tagesziel war Altnau in der Schweiz. Der nördliche Wind erlaubte ein schnelles Segeln am Wind, voll und bei. Je weiter wir uns vom nördlichen Bodenseeufer entfernten, desto stärker wurde der Wind, auch der Seegang nahm fühlbar zu, um dann im Obersee bis sechs Beaufort aufzufrischen. Viel zu früh erreichten wir unser Tagesziel, für Fachgespräche gab es ausreichend Gesprächsstoff.
Es wehte derartig, dass das Grillen des mitgebrachten Fleisches sinnlos gewesen wäre, auch das Risiko gefährlichen Funkenflugs war bei der Entscheidung, das Abendbrot in der Kneipe einzunehmen, mit ausschlaggebend. Es wurde ein abwechslungsreicher Abend, das Frage- und Antwortspiel zum Gewinn des Wanderpokals „Die Intelligenzbestie“ trug dazu bei.

Freitag, 3. Juni 2011
Eine lange Strecke lag vor uns, Hard in Vorarlberg / Österreich war das nächste Ziel, der Wind wehte noch immer aus derselben Richtung, jedoch um ein Beaufort schwächer, was von den meisten Teilnehmern begrüßt wurde. Und der absolute Hammer war: Wiederum strahlend blauer Himmel, wie am Vortag. Wieder war schnelles Segeln angesagt, es war ein Traumtag. Fass Nummer zwei wurde geleert und am Abend wurden wir mit österreichischer Hausmannskost verwöhnt. Wiederum rauchten die sonnenverbrannten Köpfe, wenn die zum Teil recht kniffligen Fragen des Fahrtenleiters zum Gewinn des Wanderpokals beantwortet werden mussten.

Samstag, 4. Juni 2011
Da an diesem Tag die weiteste Strecke der Ausfahrt vor uns lag, wurde zum Teil schon früh aufgebrochen. Das Wetter war noch immer schön, doch der Wind hatte enorm an Stärke verloren, wer nicht kreuzen wollte, musste motoren. Entsprechend weit auseinander lagen die Ankunftszeiten in Staad, unserem Tagesziel, erst gegen 17:00 Uhr war das letzte Schiff im Hafen. Das gemeinsame Essen war auf 19:30 Uhr angesetzt, so hatten wir genügend Zeit für ein erholsames Mittagsschläfchen oder für einen Plausch in der Plicht eines Schiffes, auch die herrliche Aussicht vom Rondell oberhalb des Hafenmeisterbüros, bot Hafenkino pur. Wieder gab es ein preisgünstiges gutbürgerliches Essen und was besonders angenehm war, es wurde uns ohne Aufpreis gestattet, die fünf mitgebrachten Sektflaschen auf das Wohl unseres Freundes und Clubmitglieds Gerhard Grieser zu trinken. Gerhard, genannt „Magic“, hatte die fünf Flaschen anlässlich seines fünfzigsten Geburtstags gestiftet, den er mit einer Riesen-Fete in Honstetten feierte, weshalb er leider nicht mitsegeln konnte. Wir tranken auf sein Wohl und verschickten ein Gruppenfoto per E–Mail nach Honstetten. Der Sieger für den Gewinn des Wanderpokals wurde ermittelt, mit klarem Abstand gewann die Crew der Segelyacht „Buona Vista“. Dabei wurde klar: Pädagogen wissen einfach mehr, sonst wären ja unsere Kinder noch dümmer. Für alle Teilnehmer stellte sich auf jeden Fall heraus, Fahrtensegeln kann auch bildend sein, deshalb heißt der Pokal auch: „Die Intelligenzbestie“ und ist, wie bereits erwähnt ein Wanderpokal. Die Gewinner sind demnach die Quizmaster des kommenden Jahres und müssen die Fragen ausknobeln. Selbstredend können sie als Quizmaster am Wettbewerb selbst nicht teilnehmen.

Sonntag 5. Juni
Wer früh losfuhr, erwischte die Flaute und hatte, wenn überhaupt, Wind von vorn, am Nachmittag besserten sich die Verhältnisse etwas, ein zwar schwacher, jedoch segelbarer Wind brachte den Rest der Flotte zurück nach Sipplingen. Die drohenden schwarzen Gewitterwolken verschonten uns glücklicherweise.
Alles in allem war es eine phantastische Ausfahrt, bis auf die Dauermeckerer, die in jeder Suppe das berühmte Haar finden, sah man nur zufriedene Gesichter, die Meinung, es sei ein Super-Törn gewesen, war nahezu einhellig.

Tuttlingen. 05.06. 2011
Hans-Wolfgang Renz
Fahrtenleiter im Yachtclub Sipplingen

Die Ausfahrten 2010

Die Clubausfahrt 1 vom 13. bis 16. Mai 2010 war ein eisiges Vergnügen.

Die Wettervorhersagen verhießen nichts Gutes, entsprechend zaghaft gingen die Meldungen ein. Doch am Ende waren es tatsächlich 14 Schiffe und 27 hart gesottene Wassersportler, die am Donnerstag im Clubhaus zum traditionellen Weißwurstvesper erschienen waren.

Der Start war ursprünglich auf 10:00 Uhr angesetzt, doch der Regen wollte und wollte nicht aufhören. Nach und nach setzten sich einzelne Schiffe in Bewegung, kurz nach zwölf Uhr waren dann alle unterwegs. Bei achterlichem, gut segelbarem Wind strebte die Flotte dem Tagesziel Güttingen entgegen, um 17:00 Uhr war dann, wie vereinbart der Fassanstich, die Grillöfen waren schon früher beheizt worden.
Zwischenzeitlich hatte Petrus ein Einsehen und genehmigte uns eine Regenpause, doch es war scheußlich kalt.

Der Yachtclub Güttingen hatte ebenfalls ein Einsehen und lud uns ein ins geheizte Clubhaus ein. Es wurde ein gemütliche Abend, doch das Wirtepaar wollte Schluss machen, so verzogen sich die übrig gebliebenen, wieder in die kalte Wirklichkeit zurück und versuchten, die übrig gebliebenen Alkoholika weiter zu dezimieren.

Der Morgen sah recht zerknautschte Gesichter den Waschräumen zuströmen und wie am Abend zuvor vereinbart, ertönte gegen zehn Uhr der Hahnenschrei aus dem Mikrofon des Fahrtenleiters, der zum Aufbruch mahnte.
Wieder hatten wir achterlichen Wind, viele Schiffe konnten die lange Strecke bis zur Einfahrt zum Alten Rhein segelnd erreichen. Bis zum Hafen des Yachtclub Wetterwinkel ging es die wunderschöne Motorstrecke Rhein aufwärts, Tiefgang Sorgen waren grundlos, auch die anfangs gehegten Zweifel, nicht alle würden in dem recht kleinen Hafen Platz finden, waren schnell ausgeräumt.

Am Molenkopf wurde Fass Nummer zwei geleert, auch hier verschonte uns der Regen, doch die Kälte war äußerst lästig. Lange Unterhosen und Faserpelz waren die bevorzugte Schutzkleidung.
Am Abend gab es ein gemeinsames Essen und wir fühlten uns dank der österreichischen Gastfreundschaft im Clubhaus des Yachtclub Wetterwinkel pudelwohl.
Wieder lag am anderen Morgen ein langer Schlag vor uns, das Ziel Unteruhldingen sollte spätestens um 17:00 Uhr erreicht werden. Pünktlich um zehn Uhr erklang der Hahnenschrei und krähte zum Aufbruch.
Der Wind hatte auf Nordost gedreht, ein Anlieger mit drei bis vier Windstärken verhieß traumhaftes Segeln, doch die Kälte wollte einfach nicht nachlassen. Zwischenzeitlich meldete sich auch der Regen zurück, doch um 17:00 Uhr waren alle, wie vereinbart, beim Hafenmeister versammelt.
Um etwas Abwechslung in das Getränkeangebot zu bringen, wurde der vorletzte Tag der Ausfahrt mit Prosecco gefeiert. Am Takelmast wehte die Fahne des Sipplinger Yachtclubs und als sich die Besatzungen der Schiffe zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant Seehof trafen, war bereits eine lockere Stimmung zu erkennen.
Ein ausgezeichnetes Abendessen rundete den Tag ab, es wurde vereinbart, für die verbleibenden Seemeilen bis Sipplingen keinen festen Abfahrtstermin fest zu legen.

Entsprechend spät erfolgte am kommenden Morgen der Aufbruch, zwar gab es wieder segelbaren Wind, doch kurze Regengüsse garnierten immer wieder die Heimreise.
Trotz aller Widrigkeiten, es war ein schöner Törn, doch er wird sicher in die Annalen des Yachtclubs als die bisher kälteste Ausfahrt eingehen.

Die 2. Ausfahrt des Yachtclub Sipplingen vom 3. bis 6. Juni begann am Donnerstag mit Dauerregen. Nur zögerlich trafen die Besatzungen der einzelnen Schiffe zum traditionellen Weißwurstvesper um zehn Uhr bei der Clubhütte ein. Erstaunlicherweise waren es aber eine halbe Stunde später 17 Schiffe, die das erste Ziel Güttingen ansteuern wollten. Doch der Regen wollte und wollte nicht nachlassen, als jedoch gegen halb zwölf ein leichter Wind aufkam, eilten alle zu ihren Schiffen und die Sipplinger Flotte steuerte mit Kurs 130° dem Tagesziel entgegen.
Nur kurze Regenpausen waren uns in Güttingen vergönnt, trotzdem wurde es ein gelungener Abend mit Grillfleisch, Grillwürsten Kuchen und Salaten.
Welche Überraschungen bescherte der andere Morgen: Ein strahlendblauer Himmel und angenehme Temperaturen bestätigten den Wetterbericht, der Sommer hatte über Nacht Einzug gehalten.
Rasch organisierte Walter Müller noch eine einstündige Regatta, die das Geburtstagskind Gerhard Grieser, genannt “Magic” für sich entscheiden konnte.
In Steinach fanden wir einen wunderschönen kleinen Hafen, bei prachtvollem Wetter saßen noch alle recht lange an der Grillstelle nahe der westlichen Außenmole.
Der Samstag begann, wie auch der Freitag mit strahlendem Sonnenschein, aber wenig Wind. Am frühen Nachmittag trafen sich alle im Aussichtsrondell des Württembergischen Yachtclubs, um sich um 19:00 Uhr im Restaurant “Lammgarten” zum gemeinsamen Nachtessen zu treffen. Die Unentwegten fanden im so genannten Pavillon einen schönen Platz, um den Tag würdevoll zu beenden.
Insider munkelten, die letzten der Gruppe hätten sich erst im Morgengrauen entschlossen, ihre Schiffe zu suchen. Die Rückfahrt nach Sipplingen war jedem Skipper freigestellt, nachdem für den Nachmittag Gewitter angesagt waren, machten sich die meisten Schiffe zeitig auf die lange Rückreise.
Alles in allem, war auch die 2. Ausfahrt 2010 eine gelungene Veranstaltung.
Wieder einmal hat es sich gezeigt, dass die Ausfahrten zu den Höhepunkten im Vereinslebens des Yachtclub Sipplingen gehören.


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